Phil Lofthouse ist ein in der Schweiz lebender Maler. Seine Arbeit entsteht durch die genaue Beobachtung von Oberflächen, Materialien und den Spuren, die bei der Veränderung von Räumen zurückbleiben.
Künstlerstatement
Meine Arbeit entsteht aus der bewussten Auseinandersetzung mit den Räumen, in denen ich arbeite. Jahrelang war dies Löwenberg in Schluein, ein ehemaliges institutionelles Gebäude im Wandel. Ich versuchte nicht, seine Geschichte abzubilden, sondern mit dem zu arbeiten, was in diesem Zustand zurückblieb – Spuren, Überreste, Strukturen. Ich habe diesen Ort zwar hinter mir gelassen, aber er prägt noch immer meine Herangehensweise an Oberflächen, Materialien und Farben.
Ich verwende oft verschiedene Materialien innerhalb desselben Gemäldes und lasse sie unterschiedlich wirken. Manche Passagen entstehen schnell und systematisch, andere langsamer und erzeugen mehr Spannung. Ich versuche nicht, das aufzulösen.
Jute (Sackleinen) ist wichtig geworden. Sie ist rau, durchlässig und nicht ganz kooperativ. Sie zerbricht gesprühte Formen und hält die Farbe ungleichmäßig. Manchmal verwende ich sie als Trägermaterial, manchmal als Schablone. Sie bringt ein Material ins Spiel, das eher an Transport oder Lagerung als an Malerei erinnert und einen Kontrast zu kontrollierteren Strukturen bildet.
Farbe ist im herkömmlichen Sinne nicht ausdrucksstark. Ich beschränke mich meist auf zwei Farben. Die Auswahl ergibt sich aus dem Vorhandenen oder aus einfachen Gegebenheiten. Ich verwende beispielsweise fluoreszierende Baufarben neben gebrochenem Weiß, Grau oder Grün. Der Übergang zwischen diesen Farbtönen ist wichtiger als die Farbe selbst.
Die Arbeiten entwickeln sich tendenziell in Gruppen. „Field Notes“ entstand aus Spuren, die nach dem Entfernen von Steckdosen und Kabeln zurückblieben – Kreise und Linien, die frühere Schichten freilegten. In den Gemälden nehmen sie reduzierte Formen an, eher Aufzeichnungen als Symbole.
Im Bereich Gesundheit und Sicherheit wird ein florales Fliesenmuster mit fluoreszierendem Orange übermalt, wodurch es von einem Dekorationselement zu einem Warnhinweis wird.
Bei „Within Tolerance“ wiederholen sich vertikale Stabstrukturen mit kleinen Biegungen innerhalb eines ansonsten geordneten Systems.
Mich interessieren Strukturen, die stabil wirken, aber nicht völlig starr sind. Kleine Abweichungen wie Biegungen, Unterbrechungen und Unregelmäßigkeiten gehören zu ihrer Funktionsweise.
Ich bin in West Yorkshire, England, aufgewachsen, umgeben von stillgelegten Industriegebäuden und an Orten, wo Dinge verfallen oder neu genutzt werden. Das ist immer noch präsent, aber nichts, was ich bewusst festlege. Meine Arbeit konzentriert sich auf das, was mich umgibt.

Phil Lofthouse (geb. 1976 in Keighley, Großbritannien) studierte nach einem Grundstudium in Brighton Malerei in Großbritannien. Nach Reisen durch Nordamerika zog er 2002 in die Schweiz, wo er viele Jahre als Englischlehrer und Dozent tätig war. Seit 2021 arbeitet er als freischaffender Künstler. Er ist seit 2020 Schweizer Staatsbürger und Mitglied von Visarte Schweiz (seit 2025).